Man mag schon bald nicht mehr aus dem Haus gehen und mit irgendjemandem reden, denn überall schwebt nur ein und dieselbe Frage, zum Teil ausgesprochen, zum Teil in Gesichtern und Augen geschrieben:
Wie wird das alles weitergehen?
Damit sind durchaus nicht die Kredite des Landes gemeint, von denen klar ist, dass sie rein rechnerisch nicht einmal die Enkelkinder der Generation, die heute zwischen 30 und 50 Jahren alt ist, werden abbezahlen können. Dafür, dass auch nur ein Funken an Glauben daran glimmen könnte, fehlt die Basis, die ebenso aus einer wirtschaftlich einigermaßen „therapierbaren“ Grundsubstanz bestehen müsste, wie auch aus einem einigermaßen sozial strukturierten System, wobei das eine das andere bedingt - wo keine Arbeit ist, da existiert kein Einkommen und zwangsläufig auch keine Wirtschaft, und wo immer niedrigere Einkommen immer höher steigenden Lebenshaltungskosten gegenüber stehen, da ist der Exitus vorprogrammiert. Es ist auch kaum anzunehmen, dass in irgendeinem Parlament noch irgendein Politiker sitzt, der von der Möglichkeit ausgeht, dass Griechenland seine Kredite irgendwann wird bedienen können. Die inländische Wirtschaft stagniert nicht nur, sie ist in extremstem Ausmaß rückläufig, denn wo kein Geld im Sinne von Einkommen ist, da kann auch keins in Umlauf gebracht werden. Der „Kreislauf des Geldes“ hat zu niedrigen „(Blut-)Druck, er wird über kurz oder lang zusammenbrechen, spätestens dann, wenn die Gehälter so niedrig geworden sind, dass man sie nicht einmal mehr mit der Nagelschere wird kürzen können.
Und genau hier beginnen die Menschen sich diese eine Frage zu stellen:
Wie wird alles weitergehen?
Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre, dass nämlich die Menschen rücksichtslos zur Ader gelassen werden, und ein paar logische Gedanken, sorgen dafür, dass sich immer mehr Angst ausbreitet.
Angst davor, was geschehen wird, wenn aus Kostas Normalverbraucher der letzte Tropfen herausgepresst worden ist, wenn er nichts mehr hat, das man kürzen könnte und wenn das, was ihm gelassen wird, zum Überleben schlicht und ergreifend einfach nicht mehr reicht.
Immer mehr Menschen bewirtschaften eigene Gemüsegärten, haben Hühner im Garten und versuchen so, eine Basis für noch schwierigere Zeiten zu schaffen. Prompt wurde der Vorschlag laut, dass die Gemeinden solche Gärten und Hühnerställe mit einer Steuer belegen sollten, um sich eine Einnahmequelle zu eröffnen, was jedoch (bislang noch) nicht umgesetzt worden ist. Und es ist anzuzweifeln, dass auch nur ein Grieche darauf nicht mit Empörung, unter Umständen sogar mit Aggression reagieren würde.
Obwohl die meisten Menschen der Ansicht sind, es sei langsam genug und man müsse endlich gemeinsam gegen diesen ganzen Wahnsinn angehen, so fürchten sie sich doch auch davor, dass der Widerstand nicht aus einer Art „geregelter Revolution“ bestehen könnte, in der den Regierenden (wer auch immer das sein mag) mit Demonstrationen und Blockaden klar zu machen versucht wird, dass es so nicht weitergehen kann, sondern aus unter Umständen bewaffnetem Widerstand.
Sogar ältere Kinder und Jugendliche stellen immer häufiger die Frage, ob es denn möglich sei, dass es „zu einem Krieg“ kommen könne – und als Erwachsener weiß man langsam nicht mehr, was man darauf antworten soll, hat man doch selbst auch ein dummes, drückendes Gefühl in der Magengegend, wenn man sich die nahe Zukunft vorzustellen versucht.
So breitet sich die Angst langsam aus wie ein Nebel, und sie kommt in all den Aspekten, die die sich immer mehr verschlimmernde Situation widerspiegelt:
Angst vor Arbeitslosigkeit
Angst vor noch weniger Lohn
Angst vor Preiserhöhungen
Angst vor immer neuen Steuern
Angst davor, dass sich alle gemeinschaftlich in die Situation fügen könnten
Angst davor, dass ein sich dagegen Wehren zu Gewalt führen könnte
Auch, wenn versucht wird, auf irgendeine Weise „darüber hinweg zu leben“, mit den Umständen klarzukommen, sich darauf einzustellen, sie sogar einfach zu ignorieren, so ist die unterschwellige Angst schon fast ein ständiger und treuer Begleiter für die meisten Menschen geworden. Und dabei rückt die Angst davor, dass der Syntagma-Platz von Athen über kurz oder lang in ganz Griechenland präsent sein könnte, immer mehr in den Vordergrund, die Angst, dass der zum Teil mit Wut und Gewalt durchsetzte Widerstand gegen die Maßnahmen von Regierung und Troika sich im ganzen Land ausbreiten könnte.
Persönlicher Kommentar:
Sollte es im Laufe dieses Jahres zu Schlimmerem kommen, als zu den bereits gewohnten Demonstrationen in den großen Städten des Landes, so sei an dieser Stelle bereits festgehalten, dass kaum ein Kostas Normalverbraucher eine solche Situation tatsächlich wünscht. Kostas Normalverbraucher gibt sich die größte Mühe, seine aufkeimende Wut ebenso unter Kontrolle zu halten, wie die seines Nachbarn – mit beschwichtigenden Reden und mit der Hoffnung, es könne ja doch noch alles besser werden. Doch tatsächlich glauben kann das hier kaum mehr jemand, und die kleine Glut des Wunsches zu Widerstand, die die Troika gemeinsam mit den in Griechenland Regierenden entfacht haben, wird von neuen Kürzungsplänen und dem Beschneiden der Lebensgrundlage des einfachen Menschen aus dem Volk am Glimmen gehalten. Sollten aus diesem drohenden Schwelbrand tatsächlich Flammen schlagen, so sind als Verantwortliche für das darauf folgende Feuer auf alle Fälle diejenigen zu nennen, die den Ausbruch von Gewalt anzustreben scheinen, denn es ist nicht anzunehmen, dass unsere Politiker glauben könnten, ihre „Maßnahmen“ könnten auf Dauer mehr bewirken als das Aufbegehren der Menschen.
An dieser Stelle sei erlaubt, das Lied Griechenlands zum letztjährigen Eurovisionsfesival einzufügen. Macht man sich die Mühe, den (Wort für Wort) übersetzten Text zu lesen und zu verinnerlichen, kommt man, sofern man das möchte, dem MENSCHEN Kostas Normalverbraucher ein bisschen näher - "der Kampf gegen die Angst" ist nicht nur in dem Lied, sondern auch in der Realität etwas, das die MENSCHEN hier immer mehr zu beschäftigen scheint:
Watch My Dance:
(Loukas Giorkas & Stereo Mike )
(Englisch) Ich wurde bereits verraten geboren – wer bin ich, wer werde ich sein?
Was ist mein in diesem Leben? Nur der Himmel und das Meer.
Nein, ich werde beide nicht aufgeben, sie sind mein Glück, mein Beweis.
Glaub nicht, was du hörst, denn die Wahrheit tötet deine Wahrheit.
Meine Pflicht ist der Kampf gegen die Angst,
und ich will dich bei mir, ja, ich will dich ganz nah.
Schau meinen Tanz an, den Kopf erhoben, Hände wie Flügel und ich werde fliegen.
(Griechisch)Den Kopf hoch erhoben und die Arme weit geöffnet.
Meine Seele hat das Feuer,
das allein alle Ängste verbrennt.
Ich mache meine Schritte zu Gott
und sollte ich fallen, dann werde ich wieder aufstehen.
(Englisch)Ich habe viele Worte gehört, aber ich werde weiterhin nicht
die Sprache meines Körpers vergessen, den Klang meines Herzens.
So bleibe ich am Leben und meine Verluste werden nicht zulassen,
dass meine Seele sich unterwirft, die Macht des Verlustes ist mein Gewinn
Schau meinen Tanz an, den Kopf erhoben, Hände wie Flügel und ich werde fliegen.
(Griechisch) Den Kopf hoch erhoben und die Arme weit geöffnet.
Meine Seele hat das Feuer,
das allein alle Ängste verbrennt
Ich mache meine Schritte zu Gott
und sollte ich fallen, dann werde ich wieder aufstehen.
Griechenland, Wiege der Demokratie, warum gerade Griechenland?
AntwortenLöschenWir, die Teutschen, sind ja so weit weg bis zum nächsten Strandurlaub mit Metaxa und Uso.
Uns, den Teutschen kann das alles gar nicht passieren, denn wir sind ja fleißig, von Ehrgeiz zerfressen und Neid geführt.
So lasst uns den Glauben, dass das alles nur den Griechen widerfährt, obwohl wir wohl wissen:
"Griechenland ist nur ein Testmarkt"!
Und wie wird es den Griechen erst gehen, wenn der letzte Tropfen aus dem letzten Nettozahler ausgepresst ist für die hunderte milliardenschweren Griechen-Rettungspakete?
AntwortenLöschenWir sitzen alle im selben Boot, nur dass ihr Griechen bereits mit der Hüfte im Wasser seid. Es wird uns alle treffen, auch uns Deutschen. Ich wünschte wir würden alle zusammen gegen diese dreckigen Politiker und Banken Banditen kämpfen.
AntwortenLöschenDas letzte was wir brauchen ist so etwas wie Völkerhass, wie: "Die Deutschen sind Schuld " oder "Diese faulen Griechen".
Schuld sind die die uns verkauft haben: Politiker und Banker!!
- Wir müssen zusammenhalten - !!
sicher ist, das griechische verhältnisse für alle normal-menschen im "freien westen" bzw "der ersten welt" vorgesehen sind. und irgendwann - und für die dumme masse leider zu spät - wird sich dem normalo die frage stellen, ob er durch hunger oder im kampf gegen das system sterben will. leider.
LöschenDie von den Lehman Boys , Monti , Draghi, Papademos herbeigeführte Strangulation des griechischen Volkes ist gewollt. Erst wenn alle am Boden liegen, können billig Löhne durchgesetzt und die Rohstoffvorkommen , die Gasfelder , von den amerik. Firmen im Interesse der Banken und Konzerne ausgebeutet werden. Davon wird das volk nichts haben. Was noch kommen kann wäre der Putsch des Militärs und eine Militärregierung ähnlich wie in den sechzigern. Allein schon um ein Chaos zu vermeiden. So wird man dann argumentieren.
AntwortenLöschenSomit ist aus einem freien und demokratischen Land, mit Hilfe der EU , der EZB und des IWF eine Finanzdiktatur geworden. Der Inlands markt wird weiter austrocknen. Die Arbeitslosigkeit weiter erhöhen und so schliesst sich der Kreis des Elends. Die Vermögenden haben schon lange das sinkende Schiff verlassen.
Mein vorbild ist Caroll Quigley. Er hat das sehr gut beschrieben
AntwortenLöschenwie eine große kriese verlaufen wird. Schade nur, daß er recht hat. Ich hoffe trotzdem auf eine gute zukunft. peace.
"Langsam breitet sich Angst aus" ...die Zukunft als EU-Mitglied ist beängstigend! Auch in Deutschland, ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder.
AntwortenLöschenLiebe Griechen, man hat euren Stolz, eure Würde verletzt. Dem Geburtsort der Demokratie, will man der Freiheit und Souveränität berauben. EU-Diktatoren und korrupte griechische Politiker haben euer Land, euer Volk vorsätzlich in die Pleite getrieben. Verklagt die Verantwortlichen vor einem Internationalen Gericht! Das die EU ein ökonomisches Fehl-Objekt ist, stand von Anfang an fest. Jede Währungsgemeinschaft in der Geschichte ist gescheitert. Trotzdem wurde das Monster EU erschaffen, aus rein politisch-finanziellen Interessen. Die Diktatoren wollen mit den "Vereinigten Staaten von Europa" über Europas Länder und Völker regieren. Das ist der größte Raubzug der Geschichte!
Erst wenn sich die Eurozone mit ihrer politischen Zwangswährung vollständig aufgelöst hat. Habt ihr die Chance auf einen Neuanfang. Ich wünsche euch viel Kraft und Mut, in dieser uns allen bevorstehenden stürmischen Zeit!
Grüße Gerd http://willkommen-in-der-realitaet.blogspot.com/
"Je früher das gescheiterte Währungsexperiment beendet und in eine stabile Dauerlösung überführt wird, desto billiger (politisch, sozial und finanziell) wird es für Europas Staaten."
"Staat und Währung gehören zusammen und dürfen nicht getrennt werden."
"Die Währung ist der zu jedem Staat und seiner Wirtschaft passende „Maßanzug“."
...Prof. Wilhelm Hankel
Lieber Prof. Hankel,
Löschendas Land braucht jetzt etwas Handfestes, ich bewundere Sie sehr aber man sollte Ihnen jetzt eine Lösung anbieten, damit sie wieder eine Zuversicht haben, Ackerbau und Viehzucht, dann haben auch die jungen Menschen eine Aufgabe und können auf ihr Tun stolz sein, umso früher sie anfangen um so besser für sie.
Man sollte den Menschen Land zur Verfügung stellen, wo sie sich selbst etwas anpflanzen können und Tiere halten können um von dem Geld unabhänig zu sein, einer muß damit anfangen.Die Jugend braucht wieder Arbeit und Zuversicht und den Willen für etwas gutes zu Leben. Los gehts.
AntwortenLöschenIch hoffe das am 21.12.genau die der schlag treffen wird die das ausgelöst haben!
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