Die heutige Europäische Union hatte ihre Anfänge bekanntlich Ende der 1950-er Jahren, als sechs Staaten die so genannten "Römischen Verträge" unterschrieben und damit die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ins Leben riefen.
Die Niederlande, Luxemburg, Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Italien schlossen sich in diesen Verträgen zusammen, um einen gemeinsamen Wirtschaftsmarkt zu erschließen, die Europäische Wirtschaftgemeinschaft, kurz EWG. Die weitere Geschichte dieses Zusammenschlusses, der ausschließlich auf Grund wirtschaftlicher Expansionswünsche der Gründerländer entstanden ist, kann überall nachgelesen werden.
Verinnerlicht man sich jedoch folgende Formulierung aus der Wikipedia, dann hört sich das nicht mehr ganz so unkompliziert an, dann braucht es schon weiteres Suchen, Forschen und Analysieren, um die wie ein gordischer Knoten verflochtene Organisation, ihre Strukturierung und ihren Aufbau, sowie ihre Funktion tatsächlich verstehen zu können:
" ... Mit dem Vertrag von Maastricht wurde 1992 die EWG, eine der drei Europäischen Gemeinschaften (EG), in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt und war eine der drei Säulen der Europäischen Union. ... "
So einfach und unkompliziert, wie es zunächste aussehen mag, ist es also offensichtlich doch nicht mit der Entstehungsgeschichte der EU - und auch nicht ganz so transparent.
Viele Gespräche mit "einfachen" Griechen aus dem Volke haben ergeben, dass sich die Generation, die die ersten Schritte zur Aufnahme ihres Landes in den damals noch EWG genannten Bund miterlebt hat, damals sehr glücklich und sogar geehrt gefühlt hatte.
Es begann 1961, also noch vor Ära der Militärdiktatur (Chunta), die vom 21. April 1967 bis zum 17.11.1973 gedauert hatte (Anmerkung: die ständig bestehenden Kämpfe gegen die Chunta fanden ihren Höhepunkt im Jahr 1973 beim so genannten "Polytechnio", dem Studentenaufstand, der am 17.11.1973 in Athen viele Menschen das Leben gekostet hat). Vorerst war Griechenland mittels eines so genannten Assoziierungsabkommens in die EGW aufgenommen, ein Abkommen, das auch heute noch existiert, und das wie folgt definiert wird:
" ... Ein Assoziierungsabkommen ist ein bilaterales Abkommen zwischen der EU und einem Drittstaat. Im Zusammenhang mit dem Beitritt zur Europäischen Union dient er als Grundlage für die Durchführung des Beitrittsprozesses. Mit der Türkei besteht zurzeit ein solches Abkommen. ... "
Nach dem Ende der Militärdiktatur wurden im Jahr 1976 die Verhandlungen für einen Beitritt Griechenlands in die EWG wieder aufgenommen, seit dem 1. Januar 1981 ist Griechenland vollwertiges Mitglied der heutigen EU.
Was die Europäische Union einmal vermittelt hat, was für Ideale und Ziele sie zu verfolgen schien und, das ist wohl das Wichtigste, dass viele Völker der festen Annahme waren, ein Beitritt zu dieser Union werde mehr Wohlstand im eigenen Land möglich machen, mehr Arbeitsplätze und soziale Sicherheit, scheint zum heutigen Stand der Dinge wohl ein eher naives Wunschdenken gewesen zu sein.
Zugegeben: Griechenland hat aus dem "Finanztopf" der EU reichlich und mit vollen Händen geschöpft, und dabei sind Milliardenbeträge in irgendwelchen schwarzen Löchern verschwunden. Das jedoch betrifft nicht Kostas Normalverbraucher, sondern Politik(er), Banken und Wirtschaftsbosse, unser kleiner Kostas hat von alledem nicht besonders viel gehabt, außer vielleicht der Möglichkeit, sich verschulden zu dürfen und damit "auf Pump" zu leben.
Die Frage, die sich heute viele, bei der Aufnahme ihres Landes stolze Griechen stellen, ist, ob das Volk im Jahr 2012 nicht vielleicht besser dastände, wäre es nicht ein Mitgliedsland der EU geworden.
Das Ideal, das die EU einstmals verkörpert hat, scheint sich mit jedem notwendigen Staatskredit wie ein Nebel zu verflüchtigen, und der Blick wird frei auf die unverschleierte Wirklichkeit. Und die ist unangenehm bis grausam für den einfachen MENSCHEN aus dem griechischen Volke, denn sie zeigt auf, dass man mit der Aufnahme in die EU von heute auf morgen hat Fernseher, Fotoapparate, moderne Küchengeräte und dergleichen kaufen können, da die Türen des Landes weit geöffnet waren für das Importieren solcher Waren, das alles jedoch nur ein kurzer Konsumrausch war, aus dem Kostas Normalverbraucher nun mit heftigen Kopfschmerzen erwacht.
So ist der Traum der Griechen, der fest verknüpft war mit dem Traum Europas irgendwie zu einem Alptraum geworden, denn nun importiert das Land ausländische Ladenketten, die die heimischen Familienbetriebe zerstören, EU-Kontrolleure, die die heimische Demokratie untergraben und ... Waffen.
Zum "Traum Europas" sei erlaubt, den Ausschnitt einer Reportage einzufügen, die im ZDF gesendet worden ist. Der Schriftsteller Robert Menasse äußert sich in wenigen Worten, kurz und bündig, aber auch mit einem trockenen Lachen und einer gewissen Enttäuschung zu den Symbolen der Europäischen Union, die in Form von Statuen in Brüssel zu sehen sind:
" Der europäische Traum", eine Statue in Brüssel, scheint zum Symbol des griechischen Traums von Europa zu werden.
Persönlicher Kommentar:
Ich habe mich nie als "Europäerin" gefühlt, ich weiß nicht, was man bei solch einem Gefühl empfindet. Ich persönlich fühle, empfinde und erlebe mich lediglich als MENSCH, als eine von vielen, und deshalb hatte ich wohl nie so etwas wie "einen europäischen Traum". Mein ganz persönlicher Traum hat nie ein Land betroffen, dessen Wirtschaft und Bruttosozialprodukt, sondern MENSCHEN und deren Gefühl als das, was sie wirklich sind.
Sollte der in dem Video dargestellte "Traum Europas" tatsächlich dem entsprechen, was unsere politischen Führer mit dieser Gemeinschaft im Sinne haben, dann kann ich nur hoffen und beten, dass wir alle aufwachen, bevor dieser Alptraum in dieser ganzen Europäischen Union Wirklichkeit wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein schönes Wochenende, wir begehen ab morgen in Griechenland das Osterfest, und auf Grund von nahezu unzähligen Gesprächen mit MENSCHEN im Ort habe das Gefühl, dass am Samstag Nacht um 12 Uhr, wenn der Priester laut
Χριστός ανέστη (Christos anesti - Christus ist auferstanden)
sagen wird, bei vielen Menschen in Griechenland statt des Namens von Christus, hoffnungsvoll der Name ihres Landes stehen wird.
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