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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Haben unsere Politiker Angst?

Wie jedes Jahr, so fand auch in diesem Jahr die Parade der Schüler zum 28. Oktober, griechischer Nationalfeiertag, in Thessaloniki bereits heute statt.
Tradition ist, dass die besten Schüler ihrer Gruppe die griechische Fahne voran tragen.

So also marschierten laut der Zeitung Eleftherotypia zwar Schulkinder durch die Straße, die Beteiligung der Schulen jedoch beschränkte sich auf eine Zahl von 15 – unglaublich wenig! – und die normalerweise etwa eine Stunde dauernde Parade war in etwa 35 Minuten vorbei.

Auf dem für die offiziellen Besucher der Parade aufgebauten Podium mit mehreren Sitzreihen hätte normalerweise vor allem die Kultusministerin zu sehen sein müssen, doch es saß kein einziger Mensch dort - das Podium war LEER.
Nicht einmal ein einziger Abgeordneter, so schreibt die Eleftherotypia, sei zugegen gewesen, lediglich der Bürgermeister der Stadt, der Zweite Bürgermeister und der Stadtrat wohnten der kurzen Parade bei.

Der Bürgermeister kommentierte das Ausbleiben der „Offiziellen“ mit der Aussage, dass deren Gegenwart bei dieser Art Veranstaltung nicht notwendig sei, so die griechische Zeitung.

Dass der Platz des Kultusministers leer war, ist einmalig in der Geschichte des 28. Oktobers, das hat es, so das Ergebnis umfangreicher Nachforschungen, noch nie gegeben.

Die nur drei Gruppen der an der Parade teil nehmenden Schulkinder blickten demonstrativ auf die andere Seite, als sie am Podium der Offiziellen vorbeimarschierten, wohin ihr Blick hätte gerichtet sein müssen. Ein deutliches Zeichen, das sie setzten, auch wenn niemand von denjenigen zugegen war, dem sie dieses Zeichen haben zukommen lassen wollen.

„Dreht eure Köpfe nach links, zeigt den Weg zur Freiheit …“, riefen einige Demonstranten, die sich versammelt hatten.

Laut Eleftherotypia hatte die Gewerkschaft der Lehrer  (ΟΛΜΕ) angeregt, die Lehrkräfte, die die Parade begleiteten, sollten schwarze Armbänder am Oberarm tragen, doch keiner der Pädagogen war dieser Empfehlung nachgekommen.

Soweit der Bericht der griechischen Zeitung Eleftherotypia, der Artikel und ein Foto sind unter folgendem Link zu finden:


Ein persönlicher Kommentar:

Anzunehmen, die „Offiziellen“ hätten zu viel Angst gehabt, um der Parade der Schulkinder beizuwohnen, ist sicherlich nicht allzu weit hergeholt. Wer an ihrer Stelle hätte nicht Bedenken gehabt ...

Sollte ihr Fernbleiben aus einem schlechten Gewissen gegenüber den jungen MENSCHEN dieses Landes resultieren, die schon bald mit dem Abzahlen der wahnwitzig hohen Kredite beginnen werden, – sofern es bis dahin überhaupt noch Arbeitsplätze gibt in Ellas und vorausgesetzt, dass nicht alle jungen MENSCHEN das Weite gesucht haben und ausgewandert sind – dann wäre das zwar zumindest ein Eingeständnis an die unverzeihlichen Fehler, die diese „Offiziellen“ gemacht haben, ändern an der Situation würde es jedoch auch nichts.

Das Verhalten der „Pädagogen“, die nicht halb so viel Selbstbewusstsein wie ihre Schüler zu besitzen scheinen, ist – und hier wird nur eine persönliche Meinung geäußert – kurz zu umschreiben:
TRAURIG UND ARMSELIG.

Vielleicht wäre es wirklich besser, wenn sich die Regierungsgeschäfte in den Händen der jungen Menschen befänden, denn sie scheinen mehr Rückrat zu besitzen selbst als ihre Lehrer ….

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