Alle Welt weiß, dass in Griechenland wieder mal ein Streik angekündigt ist, nicht nur die Zulieferer der Tankstellen legen - laut aktueller Ankündigung für die Dauer von 10 Tagen - ihre Arbeit nieder, auch die Tankstellenbesitzer sollen für 48 Stunden ihre Arbeit streiken. (Quelle: http://www.energypress.gr/portal/resource/contentObject/id/4a26c6c5-10d2-4e6b-b97a-9b2f19933cb5 )
Ab heute kann theoretisch wieder Heizöl gekauft werden, was ja bekanntlich ab Mitte April nicht mehr möglich ist, denn während der Sommermonate darf laut Gesetz keines verkauft werden.
Besonders in Nordgriechenland sind die Temperaturen stark gesunken (http://www.foreca.gr/Greece/Salonica?tenday), sodass es für diejenigen, die sich im Frühjahr nicht bevorratet haben – warum auch immer – Zeit würde, die Heizöltanks ihrer Häuser/Wohnungen zu füllen.
Nun geht das ja aber gar nicht, da gestreikt wird, und man müsste davon ausgehen, dass die MENSCHEN erbost bis extrem verärgert reagieren würde … was aber gar nicht unbedingt der Fall ist.
Persönliche Gespräche mit Passanten in verschiedenen Ortschaften und Dörfern ergaben, dass nur ein verschwindet geringer Teil die Streiks verurteilt, die meisten allerdings hielten den Streik für sinnlos, denn diejenigen, die von den davon betroffen sein sollten wären es sicherlich nicht, sie und ihre Familien würden immer und in jedem Fall mehr als das Notwenige zur Verfügung haben. Eine junge Frau sagte, dass es schön langsam überall wärmer sei als in Griechenland, sie die Streikenden jedoch verstehen könne, obwohl auch sie der Ansicht war, weder ein Streik noch etwas Anderes könne die Regierung noch zum Einlenken bewegen.
Der größere Anteil der Befragten gab an, dass sie sich – ob Streik oder nicht – ohnehin kein Heizöl bestellen könnten, denn der Preis bewege sich ja um 1 Euro je Liter, was sie sich nicht leisten könnten. Auf die Frage, wie sie denn ihre Wohnräume zu heizen gedachten, antworteten die meisten, sie hätten einen Holzofen und sich bereits im Sommer mit Holz versorgt, das hoffentlich reichen werde, wenn man sparsam damit umginge.
Es gab auch einige, die sagten, die wüssten das eigentlich nicht so genau, man werde sich wohl wärmer anziehen müssen und sich mit Decken behelfen.
Es gab auch einige, die sagten, die wüssten das eigentlich nicht so genau, man werde sich wohl wärmer anziehen müssen und sich mit Decken behelfen.
Zum Heizölpreis hier die Übersetzung der beiden ersten Absätze des Berichtes http://www.energypress.gr/portal/resource/contentObject/id/0483c61b-be24-413f-a421-8d52aea8aca6
" ... Mit dem Durchschnittspreis von 0,98 bis 1 Euro je Liter wird ab dem 15. Oktober der Verkauf des Heizöls beginnen, gegenüber 65 bis 70 Cent im vergangenen Jahr um dieselbe Zeit, so lautet die Information der Vertreter der Πανελλήνια Ομοσπονδία Πρατηριούχων - Εμπόρων Καυσίμων. (Panellinia Omospondia Praktiriouchon – Emboron Kafsimon, zu verstehen als Vereinigung der Treibstoffhändler und Tankstellenbetreiber Griechenlands) auf einer Pressekonferenz.
Als Grund für den Anstieg des Heizölpreises werden neben der internationalen Preisteuerung die innergriechische Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie die der Verbrauchs-Sonder-Steuer genannt, die von 21 Euro pro 1000 Liter im vergangenen Jahr auf 60 Euro pro 1000 Liter in diesem Jahr angehoben worden ist. ... "
Es sieht ganz so aus, als würde dieser Winter ziemlich kalt werden in Griechenland, und bevor man die Streiks, die offensichtlich als einziges Mittel zu Widerstand gesehen werden, verurteilt, wäre es fair und menschlich, sich einmal in die Lage der MENSCHEN hier zu versetzen und sich zu überlegen, was man selbst in dieser Situation tun würde ...
In eigener Sache:
O.g. Befragung stellt nicht den Anspruch, repräsentativ für die Meinung der gesamten Bevölkerung zu gelten.
Anmerkung:
Bezeichnungen, insbesondere von Ministerien, öffenlichen Institutionen und Firmen, sind nicht immer einfach so in andere Sprachen übersetzbar. Die Übersetzungen in diesem Bericht sind nach bestem Wissen und Gewissen und so sinnerhaltend wie nur irgend möglich erfolgt, weshalb sie zumeist recht holprig anmuten. Ich bitte dafür um Verzeihung und um Verständnis, doch der Erhalt des tatsächlichen SINNES der Bezeichnungen scheint mir doch wichtiger zu sein, als ein fließender Klang, der diesen Sinn u.U. verfälscht.
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